TT-Training

Training, Tests und Wissenschaft

Den TT Ball für Koordinationsübungen verwenden

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Im Tischtennis ist es natürlich nicht nur wichtig ein Gefühl für den TT Ball und den Schläger zu entwickeln, sondern auch mit dem Tisch zurechtzukommen. Aus diesem Grunde gibt es auch zahlreiche Koordinationsübungen mit Ball und Schläger am Tisch. Ich möchte hier einen Überblick geben und ein paar Denkanstöße bzw. Ideen geben.

Die folgenden Übungen beziehen sich überwiegend auf folgende koordinative Fähigkeiten:

  • Differenzierungsfähigkeit
  • Kopplungsfähigkeit
  • Reaktionsfähigkeit
  • Rhythmisierungs-, Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit

Koordinationsübungen mit TT Ball und Schläger am Tisch – Differenzierungsfähigkeit

Tischtennisspezifische Übungen für die Differenzierungsfähigkeit sind etwa Ping-Pong: Hierbei soll der Ball so gespielt werden, dass er immer zuerst auf der eigenen Plattenhälfte aufkommt, und erst danach auf der anderen Seite des Tischs.

Dabei sollten beide Hände benutzt werden, auch können Vor- und Rückhandseite variiert werden. Andere Übungen sind unter dem Begriff Rotationsveränderungen bekannt: Dabei stehen sich die Kinder am Tisch diagonal gegenüber und beginnen z.B., sich den TT Ball mit einem Vorhand-Topspin zuzuspielen. Variiert kann werden, indem beispielsweise zuerst zwei Topspin, dann zwei Konter gespielt werden, oder 3-3, 4-4 usw. Die Richtungen können ebenfalls variiert werden: Von diagonal auf parallel, dann wieder diagonal etc. Ebenso können Kombinationen aus Vor- und Rückhand erarbeitet werden. Neben Topspin und Konter können auch Ballwechsel mit Unterschnitt eingefügt werden. Die jeweiligen Konditionen können auch nach dem Pyramidenprinzip sehr kreativ gestaltet werden: Bsp. Topspin in den Wiederholungen 1-3-5-7-5-3-1.

Bei Übungen zu Platzierungsveränderungen ist das Ziel, die Platzierungen der Bälle möglichst genau zu erzielen. Dies kann durch Markierungen anhand von Tüchern oder Kreidestrichen auf dem Tisch erreicht werden. So können Ballwechsel derart gesteuert werden, dass die Bälle auf der gegnerischen Seite sehr mittig oder sehr weit außen aufkommen sollen, was natürlich auch variiert werden kann. Auch können gezielt längere Unterschnittballwechsel nach kurzem Aufschlag geübt werden (Spielfeld markieren!), dies diagonal, parallel, mit Rück- und/oder Vorhand und Kombinationen. Auch lange Ballwechsel in den hinteren Tischabschnitt sind möglich.

Weitere Variationen sind denkbar, indem Bälle direkt nach dem Aufprall gespielt werden sollen, in ihrem höchsten Punkt oder kurz vor der 2. Berührung. Die Entfernung der Kinder zum Tisch kann variiert werden: Tischnah und tischfern spielen, sowie Kombinationen daraus.

Den TT Ball für Übungen zur Kopplungsfähigkeit verwenden

Eine Variante derartiger Übungen ist, dass die Bälle so angenommen werden, dass sie z.B. mit der rechten Hand unter dem linken Bein und umgekehrt zurückgespielt werden. Weitere Variationen sind möglich, indem der kommende TT Ball mit dem Schläger so angenommen wird, dass er dann als Kopfball mit der Stirn direkt zur anderen Tischseite gespielt wird. Dies sollte auch mit der Nicht-Schlaghand geübt werden! Bei der Übung Schlägerwechsel wird der kommende Tischtennisball wieder so angenommen, dass er gerade und hoch in die Luft gespielt wird und nur ein Mal aufkommen darf. In der Zwischenzeit wird der Schläger in die andere Hand genommen und der Ball wieder auf die andere Tischseite zum Partner gespielt, der das Gleiche übt.

TT Ball und Schläger am Tisch – Reaktionsfähigkeit

Bei der Übung Reaktionsspiel stellt sich ein Kind mit dem Rücken an den Tisch, während ein anderes Kind auf Kommando einen TT Ball auf den Tisch fallen lässt. Direkt nach dem Kommando muss sich das andere Kind umdrehen und blitzschnell reagieren, um den Ball zu erreichen und zu spielen, bevor dieser den Tisch das zweite Mal berührt. Variationen sind möglich, indem der Ball aus unterschiedlichen Höhen fallen gelassen wird, oder auf der anderen Tischseite Zielareale markiert werden, die dann getroffen werden müssen. Bei anderen Übungen können ebenfalls Elemente eingebaut werden, um die Reaktionsfähigkeit zu schulen: Etwa nach dem Schlagen des Balls den Schläger kurz niederlegen, mit der Hand den Boden berühren, sich um die eigene Körperachse drehen usw.

Koordinationsübungen am Tisch – Rhythmisierung, Umstellung, Anpassung

  • Rhythmisierungsfähigkeit

Die Schulung der Rhythmisierungsfähigkeit kann durch den Einsatz von 2 Bällen gleichzeitig erfolgen: Auf ein Signal hin spielen sich die Spieler den Ball zu, dabei können verschiedene Techniken eingesetzt werden (Vorhand, Rückhand, Topspin, Unterschnitt, …). Auch können äußere Rhythmen vorgegeben werden, etwa Kommandos oder Musiken, um sich mit der Spielweise anzupassen.

  • Umstellungsfähigkeit

Die Umstellungsfähigkeit kann gut geübt werden, indem die Kinder einen Schläger in jeder Hand halten und nun abwechselnd mit Spiel- und Nicht-Schlaghand den Ball kontern und spielen. Auch hier können zahlreiche Variationen eingebaut werden und man kann sehr kreativ werden: Vorhand oder Rückhand, sich nach jedem Ball drehen, Zielareale auf dem Tisch markieren etc.

  • Anpassungsfähigkeit

Die Anpassungsfähigkeit ist z.B. durch verschiedene Schlägerhaltungen trainierbar: Etwa wird der Schläger beidhändig gehalten, nach chinesischer oder japanischer Griffhaltung, „mixed“ oder auch nur mit der Nicht-Schlaghand.

Quelle: Koordinationstraining im Tischtennis, S. 129 ff. Deutscher Tischtennisbund.

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