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Gamma Motoneurone

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Gamma Motoneurone sind eine spezielle Form von Motoneuronen. Diese letztgenannten Nervenzellen (Neurone = Nervenzellen) werden auch als motorische Neurone bezeichnet: Das heißt, sie leiten efferente Signale, also vom zentralen Nervensystem weg, hin zur Muskulatur, um diese zu kontrahieren und so verschiedene Bewegungen einzuleiten.

Gamma (auch: γ-) Motoneurone bestehen wie alle Neurone aus einem Zellkörper (wichtig für das Überleben der Nervenzelle), Dendriten (nehmen Informationen/Signale auf, z.B. von zentralen Nervensystem) und Axonen: Diese Leiten die Signale weg von dem Zellkörper, hin zur Muskelspindel. Die Gamma Motoneurone befinden sich im Rückenmark lokalisiert.

Funktionsweise und Aufbau der Gamma Motoneurone

Beginnen wir mit dem Beispiel, dass wir unseren linken Arm ausstrecken und einen Wassereimer in der Hand halten. Wenn wir den Oberarm nach unten hängend fixieren, und nur den Unterarm nach oben führen um den Wassereimer zu heben, dann geschieht dies, weil sich die Bizepsmuskulatur verkürzt.

In der Bizepsmuskulatur (als extrafusale Muskaulatur bezeichnet) befinden sich Muskelspindeln (als intrafusale Muskulatur bezeichnet), die daher auch schlaff werden. Die Verkürzung der Bisezpsmuskulatur erfolgt auch durch Motoneurone, genauer gesagt durch α-Motoneurone: Aus dem Gehirn stammende elektrische Signale (Aktionspotentiale) steuern den Muskel an, weil wir den Eimer anheben wollen. Im Rückenmark wird das elektrische Signal nun auf α-Motoneurone übertragen, sodass sich der Bizeps verkürzt und der Eimer angehoben wird.

Aber gleichzeitig wird das elektrische Signal auch auf Gamma Motoneurone übertragen: Diese sorgen dafür, dass sich die Muskelspindeln, die ja durch die Verkürzung der Bizepsmuskulatur erschlaffen, wieder gestrafft werden. Die Muskelspindelenden werden durch die Gamma Motoneurone angesteuert und sind an ihren Enden kontraktil. So passen sie sich der Länge der extrafusalen Muskulatur an und sind daher auch funktionsfähig. Wird der Bizpsmuskel gedehnt, dann nimmt die Aktivität der α-Motoneurone ab, uns so auch die der γ-Motoneurone, sodass sich auch die Muskelspindeln auf die Länge der extrafusalen Muskulatur ausdehnen kann.

Quelle: Anatomie Physiologie, S. 60 ff., S. 204 ff., C. Zalpour, (2006).

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