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Das Rückenmark

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Beim Menschen zählt das Rückenmark (Medulla spinalis) neben dem Gehirn zum zentralen Nervensystem. Das Rückenmark befindet sich in einer Art Kanal innerhalb der Wirbelsäule und wird von einer Flüssigkeit (Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit) und 3 Rückenmarkshäuten umgeben, zusammen wirken diese Dinge also schützend auf das Rückenmark. Es ist in der Lage, Informationen in Form von Nervensignalen vom Gehirn in Richtung des Körpers und umgekehrt zu leiten. Das Rückenamark ist dabei der dickste Nervenstrang, welcher auch ein Schaltzentrum für Reflexe darstellt. Bei erwachsenen Menschen wird das Rückenamrk etwa 45 cm lang und ist im oberen Bereich etwa 1 cm dick, allerdings ist es nicht überall gleich dick.

Innerhalb der Gesamtlänge des Rückenmarks entspringen an beiden Seiten und in regelmäßigen Abständen 31 Nervenwurzeln als Paare, die sich an jeder Seite später zu sog. Spinalnerven wiedervereinigen: Jedes der 31 Rückenmarkssegmente lässt also 2 Nerven (eine vordere und eine hintere) auf jeder Seite entspringen, die sich dann zu den Spinalnerven zusammenschließen (also 1 Spinalnerv rechts und einer links bei jedem einzelnen der 31 Rückenmarkssegmente). Diese Spinalnerven verlassen den Wirbelkanal seitlich durch Zwischenwirbellöcher. Innerhalb des Rückenmarks selbst unterscheidet man zwischen der weißen und der grauen Substanz, was in den folgenden Abschnitten erklärt wird.

Rückenmark – Die Graue Substanz

Betrachtet man den Querschnitt des Rückenmarks, dann befindet sich die graue Substanz im Inneren, welche aussieht wie ein Paar Schmetterlingsflügel. Jeder dieser Flügel wird in 3 Segmente eingeteilt: Hinten liegend das Hinterhorn, das Seitenhorn und nach vorn liegend das Vorderhorn, analog bei dem auf der anderen Seite liegenden „Schmetterlingsflügel“. Die graue Substanz besteht aus Körpern von Nervenzellen.

Diese Nervenzellen, auch Neurone genannt, bestehen aus 3 verschiedenen Typen: afferente Neurone im Hinterhorn (leiten Nervenimpulse, wie Tastempfindungen der Finger, wenn wir einen Tischtennisschläger in der Hand halten, von den Körperextremitäten zum zentralen Nervensystem); efferente Neurone im Vorderhorn (leiten Nervenimpulse vom zentralen Nervensystem zu den Körperextremitäten und lassen z.B. Muskeln aktivieren) sowie Interneurone, auch bekannt als Zwischenneurone, die wichtig sind beim Erregen und Hemmen von Reizen. Das Seitenhorn enthält Neuronen des vegetativen (autonomen) Nervensystems, zuständig für alle Vorgänge, die ohne unseren Willen ganz von selbst ablaufen: Verdauungstätigkeit, Atmung, Herzschlag etc.

Rückenmark – Weiße Substanz

Die weiße Substanz befindet sich um die graue Substanz herum und besteht aus den Nervenfasern, die aus den Nervenzellen der grauen Substanz entspringen. Da diese Nervenfasern meist durch eine Hülle aus Myelin (dadurch hohe Nervenleitgeschwindigkeit) weiß erscheinen, stammt der Name „weiße Substanz“. Auch diese wird in 3 Gebiete unterteilt, der Vorder-, Seiten- und Hinterstrang. Oft wird der Vorder- und Seitenstrang als Vorderseitenstrang bezeichnet.

Die Bahnen des Hinterstranges sind aufsteigend, also von den Körperextremitäten in Richtung zum zentralen Nervensystem, auch afferent bezeichnet. Auch die Vorderseitenstrangbahn enthält diese afferenten aufsteigenden Bahnen. Absteigende, efferente Bahnen (also vom zentralen Nervensystem zu den Körperextremitäten hin, um dort z.B. die Muskeln anzusteuern) sind die Vorderstrangbahnen und die Seitenstrangbahnen.

Quelle: Anatomie Physiologie, S. 198 ff., C. Zalpour, (2006).

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